28.05.2009
Zahl der Arbeitslosen sinkt im Mai überraschend
Nürnberg (ddp). Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Mai wegen der Frühjahrsbelebung gesunken. Wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte, waren 3,458 Millionen Menschen offiziell arbeitslos gemeldet. Das seien 127 000 weniger als im April und 175 000 mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote sei damit im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent im Mai zurückgegangen.Die Frühjahrsbelebung habe den Arbeitsmarkt in «diesem Jahr verspätet erreicht» und bringe einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise zu den Mai-Zahlen. Dies sei allerdings «keine Trendwende». Nach BA-Angaben war für die besser als erwartet ausgefallenen Arbeitslosenzahlen die veränderte Erfassung der Arbeitslosen die Ursache.Der BA zufolge ist auch im März die Zahl der Kurzarbeiter gestiegen. Im März habe es insgesamt 1,25 Millionen Kurzarbeiter gegeben. Die Zahl der Kurzarbeiter sei in den vergangenen Monaten deutlich nach oben gegangen und habe im März um 1,09 Millionen über dem Vorjahreswert gelegen.(ddp)
Verhandlungen auf Eis - Kita-Streiks gehen weiter
Berlin (dpa) - Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen haben erneut 15 000 Erzieherinnen und Sozialarbeiter in fast allen Bundesländern ihre Arbeit niedergelegt. «Die Streiks können noch lange dauern», sagte ver.di-Sprecherin Martina Sönnichsen.Bild vergrößernBesonders betroffen waren am Donnerstag kommunale Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen, wo 7200 Beschäftigte streikten. «Wir warten darauf, dass sich die Arbeitgeber endlich bewegen», sagte Sönnichsen. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) betonte, man sei jederzeit bereit, ohne Vorbedingungen zu verhandeln.Ein Ende des Tarifstreits ist derzeit nicht in Sicht, auch für die kommende Woche planen die Gewerkschaften flächendeckende Streiks. Am Mittwoch waren Verhandlungen über einen tarifrechtlich geregelten Gesundheitsschutz für die rund 220 000 bei Kommunen angestellten Erzieherinnen und Sozialarbeiter gescheitert. Zudem fordern ver.di und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) deutlich mehr Geld für die Beschäftigten. Ver.di verlangt je nach Gehaltsstufe 200 bis 1000 Euro mehr pro Monat, die VKA bietet 220 Euro. Nach Gewerkschaftsangaben verdienen Erzieherinnen im Schnitt etwa 2400 Euro brutto. Da aber viele Frauen in Teilzeit arbeiten, kämen sie oft auf nur 1000 Euro netto.Der Oberbürgermeister von Oberhausen, Klaus Wehling, forderte im WDR, dass für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen an Kitas, Jugendämtern und Sozialeinrichtungen staatliche Hilfen zur Verfügung gestellt werden müssten. Er verwies darauf, dass auch für die Rettung der Banken Milliardensummen dagewesen seien.Der VKA-Hauptgeschäftsführer, Manfred Hoffmann, machte die Gewerkschaften für das Scheitern der Verhandlungen am Mittwoch verantwortlich. Man habe einen Tarifvertrag zum Gesundheitsschutz und zur Gesundheitsförderung vorgelegt, der alle Elemente ihrer Forderungen aufgreife. «Noch während wir am Verhandlungstisch mit den Gewerkschaften saßen, haben diese öffentlich das Scheitern erklärt.» Ver.di-Sprecherin Sönnichsen sagte am Donnerstag: «Wir werden von den Arbeitgebern gezwungen, unsere Streiks fortzusetzen.» Das Angebot sei völlig unzureichend gewesen.Arbeitsmediziner betonten, die Berufsgruppe sei hohen Belastungen ausgesetzt. Der hohe Stresspegel könne zum «Burnout-Syndrom» oder zu Essstörungen bei Erzieherinnen führen, sagte David Groneberg, Direktor des Instituts für Arbeitsmedizin an der Charité Berlin, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Auch die Risiken, an grippalen Infekten zu erkranken, stiegen deutlich. «Das Immunsystem wird durch kranke Kinder ständig angefeuert», sagte Groneberg.
Depeche-Mode-Sänger Gahan wegen Blasentumor operiert
Hamburg (AP) Der Sänger der britische Popband Depeche , David Gahan, ist wesentlich schlimmer erkrankt als bisher bekannt war. Wie die Konzertagentur Lieberberg am Donnerstag mitteilte, wurde bei Gahan ein bösartiger Blasentumor entdeckt, der in New York erfolgreich operiert worden sei. Gahan müsse aber bis 7. Juni pausieren, um die Heilung nicht zu gefährden, ehe er die Welttour fortsetzen könne. Depeche Mode wurde mit Hits wie «People are People» bekannt. Gahan war am 15. Mai in Athen mit einer schweren Magen-Darminfektion ins Krankenhaus eingeliefert worden, daraufhin war die Tournee unterbrochen worden. Depeche Mode ist eine der erfolgreichsten Live-Bands der vergangenen zwei Jahrzehnte.Die Fans der Band zeigten sich auf der offiziellen Fanseite entsetzt über die Tumor-Diagnose. «Ich hoffe, es geht ihm wieder gut und er kann wenigstens 80 Prozent von dem geben, was er sonst gibt», schrieb «Sonne». Und «Rumpelchen» meinte: «Ich wünsche Dave Gute Besserung und eine schnelle Heilung.» Und «Sandra» sorgte sich: «Wäre schrecklich, wenn er nachher den Preis dafür bezahlen muss, dass die Tour jetzt fortgesetzt wird.»Ein Konzert in Leipzig abgesagtLaut Lieberberg verschieben sich die deutschen Konzerttermine oder fallen teilweise aus. Das für den 7. Juni vorgesehene Leipziger Konzert ist demnach gestrichen. Der für den 2. Juni vorgesehene Auftritt in der Hamburger HSH Nordbank Arena findet am 1. Juli statt. Die Karten behalten ihre Gültigkeit. Die für den 4. und 5. Juni geplanten Konzerte in der Düsseldorfer LTU Arena sollen so bald wie möglich nachgeholt werden, Termine gibt es noch nicht. Die Tickets behalten ihre Gültigkeit.In Leipzig findet nur noch ein Konzert am 8. Juni statt. Inhaber von Karten für den 7. Juni können aber ihre Tickets für den 8. Juni umtauschen. 2.000 Leipziger Tickets können für die Veranstaltung im Berliner Olympiastadion am 10. Juni eingetauscht werden, die wie geplant über die Bühne gehen soll. Die Konzerte in Berlin (10.06.), Frankfurt (12.06.) und München (13.06.) finden planmäßig statt.http://www.depechemode.de© 2009 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights Reserved
Laith Al-Deen ist nostalgisch
Frankfurt/Main (dpa) Popmusiker Laith Al-Deen («Bilder von dir») hört auch in digitalen Zeiten noch gern Kassetten. «Ich habe vier Schuhkartons voller Kassetten», sagte der 37 Jahre alte Popsänger der dpa in Frankfurt.Bild vergrößern«Manchmal mache ich mir einen schönen langen Nachmittag und höre mir diese alten Sachen an.» Auf den Kassetten habe er früher vor allem Schallplatten von Freunden oder Musik aus Radiosendungen aufgenommen. Auch Hörspiele seien dabei.Außer seinen Kassetten besitze er allerdings auch rund 1500 CDs, berichtete der Deutsch-Iraker. «Da ist auch viel Seltsames dabei», gestand Al-Deen, der gerade Coverversionen von Lieblingsliedern aus seiner «20-jährigen musikalischen Vergangenheit» auf dem Album «Session» veröffentlicht hat.«Session» sei entstanden, weil er einfach Lust gehabt hätte, Stücke aufzunehmen, die er liebt und mit denen er aufgewachsen sei, bekennt Al-Deen. Außerdem wolle er seine Fans auch seine unbekannteren Seiten zeigen: «Es gibt noch so viel mehr, das ich mag, und das möchte ich die Leute wissen lassen», meint der «Volksmusiker für den Bereich Pop», wie er sich einmal bezeichnete.Und Laith Al-Deen mag Sting («If I Ever Lose My Faith In You»), Suzanne Vega («Luka»), die Nationalgalerie («Evelin»), Bruce Springsteen («I'm On Fire») oder Seal («Prayer For The Dying»), der einer seiner großen Vorbildern ist.Auf seiner Tournee im Oktober werde er ein «Fifty-Fifty-Programm» aus englischsprachigen Coversongs und seinen eigenen deutschsprachigen Liedern präsentieren, kündigte er an.www.laith.de

